Apostelgottesdienst am 11. Januar 2026 in Dresden-Süd

Mit dem Bibelwort aus Lukas 2 („Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“) stand der Gottesdienst ganz im Zeichen der Frage, wo Jesus in unserem Alltag seinen Platz hat. Die Hauptpredigt hielt Apostel Jens Korbien.

Nach der Weihnachtszeit kehrt der Alltag zurück – Schmuck und Krippe werden weggeräumt. Doch Jesus selbst gehört nicht in die Kiste, sondern in die Mitte unseres Lebens. Anhand der Begebenheit des zwölfjährigen Jesus im Tempel wurde deutlich: Jesus offenbart sich nicht nur als Kind, sondern als Sohn Gottes mit Macht und Auftrag. Sein „Ich muss“ ist dabei keine Pflicht, sondern Ausdruck innerer Notwendigkeit und Liebe.

Kirche wurde als Ort beschrieben, an dem Gott heute erlebbar ist – im Wort, in den Sakramenten und im Miteinander. Dieser Gedanke wurde durch den Bezirksältesten Detleff Hartlapp vertieft: Gerade im Alltag brauchen wir Orte, an denen wir uns angenommen fühlen. Der Wunsch, dass das Haus Gottes ein solcher „Lieblingsort“ ist, zog sich durch den gesamten Gottesdienst.

Vor der Sündenvergebung und dem Heiligen Abendmahl stellte Apostel Korbien drei Haltungen gegenüber: Ich muss – ich darf – ich will. Entscheidend sei die Motivation unseres Handelns für Gott. Auch Buße und Reue werden dann nicht als Last erlebt, sondern als liebevolle Antwort auf Gottes Zuwendung.

Ein besonderer Moment war die Spendung der Sakramente: Erwin empfing die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung, Johann die Heilige Versiegelung. In diesem Zusammenhang wurde betont, wie wichtig es ist, Kinder bewusst in die Gemeinde mitzunehmen – als Ort, an dem sie Liebe, Glauben und Gemeinschaft erfahren.

Musikalisch wurde der Gottesdienst durch Kinder-, Männer- und Gemeindechor bereichert. Zudem wurde Priester Mario Otto, der seit 1993 in der Gemeinde Pirna gedient hatte, in den Ruhestand verabschiedet.

Ein Gottesdienst, der ermutigte, den Glauben nicht nur im Gotteshaus, sondern mitten im Alltag zu leben.